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Sie gilt als Symbol der Franzosischen Revolution, als Sinnbild radikaler Gerechtigkeit - und als technisches Instrument einer neuen Zeit. Doch war die Guillotine wirklich eine Erfindung des 18. Jahrhunderts? Oder wurde sie nur zum Ausdruck einer langst vorhandenen Idee: der mechanisierten Bestrafung?Dieses Buch verfolgt die Spuren eines Werkzeugs, das mehr ist als ein Fallbeil. Es beleuchtet die medizinischen, juristischen und philosophischen Debatten, die zu ihrer Einfuhrung fuhrten, und fragt, in welchem kulturellen Klima ein solches Instrument nicht nur denkbar, sondern wunschenswert erschien. Wie wurde aus einer technisch-prazisen Hinrichtung ein politisches Ritual? Warum galt der gleich schnelle Tod plotzlich als Fortschritt? Und wie veranderte sich die Wahrnehmung des Strafens, als der Mensch dem Menschen die Exekution uber eine Maschine ubertrug?Die Untersuchung fuhrt von fruhneuzeitlichen Enthauptungsgeraten uber die Aufklarung bis in die moderne Strafrechtsdiskussion immer mit dem Blick auf jene Grenzlinie zwischen Moral, Technik und Macht. So entsteht das Portrat einer Erfindung, die weit uber ihre physische Konstruktion hinausreicht: ein Instrument, das Geschichte schrieb, weil es Geschichte auffing. Ein Buch uber Gleichheit im Tod, uber die Asthetik der Exekution und uber den Moment, in dem ein mechanischer Schnitt zur Zasur einer Epoche wurde.
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