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Latinisierte und grazisierte Familiennamen wie Pistorius, Conradi oder Neander, die insbesondere in den germanischen Sprachraumen vorkommenden, gehen auf die Begeisterung Gelehrter fur die klassischen Sprachen im Renaissance-Humanismus des 15./16. Jahrhunderts zuruck. Obwohl solche Humanistennamen eine weite Verbreitung erlangt haben, wurden sie von der Onomastik lange Zeit vernachlassigt. Die vorliegende Studie untersucht empirisch die Entstehung und die diachrone Entwicklung dieses auergewohnlichen Familiennamentyps, der nicht allein der Referenz auf eine Person, sondern auch deren Verortung in der Gelehrtenwelt diente, wozu gezielt auf fremdsprachiges Material zuruckgegriffen wurde. Eine Analyse der rezent vorkommenden Humanistennamen in verschiedenen Korpora zeigt auf, wie diese durch markante Strukturen gegenuber nativen Familiennamen exponiert wurden. Verbreitungskarten, die in einen geographischen und geschichtlichen Kontext gestellt werden, machen erstmals grenzubergreifende Schwerpunkte dieses internationalen Phanomens sichtbar. Das angeschlossene Namenbuch etymologisiert eine groe Anzahl von Humanistennamen und dokumentiert ihre Entstehung anhand historisch belegter Namenwechsel.
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