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Verstorend und provozierend: Frank Wedekinds Erzahlung Uber die korperliche Erziehung der jungen Madchen . Die Unterscheidung zwischen Geist und Korper ist eine abendlandische Erfindung: Frank Wedekind setzt diesem cartesianischen Postulat voraus: Der menschliche Korper muss erzogen werden. In Mine-Haha - das Wort ist indianischen Ursprungs und bedeutet Lachendes Wasser - werden junge Madchen einem padagogischen System unterworfen, das durch Gymnastik und Tanz ihre korperliche Ertuchtigung bewirken soll, ganz im Sinne des das 19. Jahrhundert bestimmenden und daruber hinaus wirkungsmachtigen Diskurses uber Disziplinierung und Selbstdisziplinierung des Korpers sowie uber die soziale Ordnung der Geschlechter. Handlungsort ist ein entlegener und abgesperrter Park im Schatten eines mysteriosen Staates, wo das Madchen Hidalla aufwachst. Dort kummern sich die alteren Madchen um die Erziehung der jungeren, beaufsichtigt von Lehrerinnen und Dienerinnen. An den Park ist ein Theater angeschlossen, in dem auserwahlte Madchen nachts Stucke auffuhren, bevor sie ganz aus dem Park gebracht und vor den Toren von jungen Mannern abgeholt werden. Der Text ist Utopie wie Dystopie. Nicht zufallig hat Wedekind der Erzahlung die fiktive Herausgeberin Helene Engel vorgeschaltet, deren Name an die Frauenrechtlerin Helene Lange erinnert. Gleichzeitig beschwort er suggestiv Bilder von mehr als irritierender Sinnlichkeit, die auch heute, im Zeitalter von #MeToo, verstoren und Diskussionsstoff liefern.