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Breakdown Lullaby, Baby: Von der Stille, den Sternen, vom Schmerz her - ein Wiegenlied fur das Weitermachen Anja Bachl schreibt ein Leben voller Gleichzeitigkeiten. Es ist ein diffuser Zustand, in dem sich das lyrische Ich wiederfindet: Mitternachtszustand kreist um das Dazwischen, in dem Formen zerfallen und Gewissheiten bruchig werden nicht Tag, nicht Nacht, aber ein Schweben ohne feste Beheimatung. Mitternachtslyrik halt diese Bruche nicht zuruck, vielmehr lasst sie sie zittern, aufflackern, sich verformen. habe mich nie als Gegebenheit wahrgenommen / sondern als dehnbares Material so wird Uneindeutigkeit nicht Mangel, sondern Echo. So trifft das Bedurfnis nach Trost auf die Notwendigkeit des Weitermachens. Aus diesem Driften, das mehr sein kann als Haltlosigkeit, wachst eine Suchbewegung, die nach Worten tastet, wo Wirklichkeiten zerspringen und sich gegen Zuschreibungen stemmt, die verfehlen. Ein Lyrikband der zeigt, dass Worte nicht alles wandeln, aber tragen. Gedichte, die zeichnen: ein Leben, das sich im Mitternachtszustand verfangt, das ausbricht. Diese Momente sind: existenziell, fluide, queer. In Anja Bachls Lyrik werden Reibungen gesammelt; die Strophen legen Risse frei, durch die wir hindurchsehen auf uns selbst, auf andere, auf das Unausgesprochene. Wir finden uns in einer Sprache wieder, die bricht, sucht und sich neu zusammensetzt, in der wir uns verlieren durfen und doch gespiegelt werden: tastend, schwebend, widerspenstig gegen das Abhandenkommen. Ob im Atemholen nach dem Aussetzen des Herzens, dem Zulassen des Glitchs oder dem Umlegen aus unsanften Zahnen Mitternachtszustand sucht das Trotzdem. mit wehender Mahne bin ich ein Mensch aus Farn / in das Federn geboren / ich habe Tranen fur alles, bewassere / die gefiederten Wedel / bewege wacker die Formulare, die Lippen / trinke glimmernd in gro en Schlucken / als ich an mir heruntersehe / ein Schweif / f l o g ich etwa