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Wie tickt Wien? Diese Stadt mit Klischee-Zwangsneurose. Auf harten Heurigenbanken beschwort sie artig das Jenseits, nur um im Himmel erst recht wieder im Schanigarten zu sitzen, laut folkloristischer Uberzeugung. Zum Gluck ist hier der Weltuntergang nur eine Phase. Nichts ist zu banal, dass man es nicht romantisch verklaren konnte: den Spritzwein, die Wurstel, das Glas Wasser zur Melange. Alles kann ein Festakt sein. Den Verkehrsstau macht man notfalls zum Korso, den Grant zum immateriellen Kulturerbe. Paradoxer als hier wird's nimmer. Wo sich der Kaiser Palaste baute und die Stadt dem Proletariat ebenso. Wo man zum geselligen Alleinsein ins Kaffeehaus geht, um sich dem "e;Ober"e; zu unterwerfen. Uberall ist es besser, nur nirgends so schon wie hier. Solange die Zukunft nicht ungefragt einrollt und die Vergangenheit eh die bestmogliche Gegenwart bleiben darf. Norbert Philipp nimmt die Lesenden leichtfu ig-satirisch mit zu einer Anamnese einer paradoxen Stadt, fuhrt sie entlang der Wiener Wesenszuge tief in die Logik einer "e;Weltstadt"e;, die den Rest der Welt aber auch nicht unbedingt haben muss in ihrem Dorf.
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