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Mitte der 1920er Jahre begann die junge Kunsthandwerkerin Else Stadler-Jacobs aus Pasing bei München mit textilen Materialien zu experimentieren. Besonders Bast faszinierte sie - ein damals im Kunsthandwerk kaum genutztes Material. Mit viel Geschick und einem außergewöhnlichen Gespür für Formen und Farben entwarf sie dekorative Tierfiguren, die bald internationalen Anklang fanden. Bereits 1930 belieferten ihre Modelle renommierte Kaufhäuser in Chicago, San Francisco, London und Budapest.
Um die wachsende Nachfrage zu bedienen, beschäftigte Stadler-Jacobs zahlreiche Frauen, die ihre kunstvollen Tiere in Heimarbeit fertigten. In den Wirtschaftswunderjahren erlebte ihre Manufaktur einen regelrechten Boom und bot bis zu 50 Frauen Arbeit. Über Jahrzehnte hinweg schuf sie mehr als 100 Tierarten - von heimischen Waldbewohnern bis hin zu exotischen Kreaturen.
Fast wäre ihr beeindruckendes Lebenswerk in Vergessenheit geraten. Doch 50 Jahre nach dem Ende ihrer Produktion wurde es auf einem Dachboden in München wiederentdeckt. Daniel Karrasch und Christoph Sauter haben sich auf Spurensuche begeben: Sie erzählen die bewegende künstlerische und wirtschaftliche Erfolgsgeschichte dieser außergewöhnlichen Frau, beleuchten ihre künstlerischen Wurzeln im München der Zeit nach 1900 und rekonstruieren den aufwendigen Herstellungsprozess ihrer Basttiere. Ein reich bebilderter Katalogteil, ergänzt durch historische Aufnahmen, bringt die fantasievolle Welt der "Bastowerkstatt" zurück ans Licht.
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