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Wann wird ein Mensch vom Kind seines Landes zu einer Minderheit, die ihre Existenz rechtfertigen muss?
Dieses Buch beginnt in Ugarit, jener Stadt, die Schrift und Musik in Ton bewahrte. Es verfolgt die Geschichte der syrischen Küste von den antiken Zivilisationen und der byzantinischen Welt über den Einmarsch der arabisch-islamischen Heere bis zur Entstehung der alawitischen Glaubenslehre, ihrem Rückzug in die Berge und jenen Fatwas, die die Jahrhunderte durchquerten, um in unserer Zeit als Sprache der religiösen Verketzerung, des Tötens und der Vertreibung zurückzukehren.
Dr.-Ing. Bassam Issa verbindet historische Forschung mit persönlichem Zeugnis. Er schreibt nicht aus der Distanz, sondern aus der Erinnerung eines Mannes, der innerhalb syrischer Staatsinstitutionen lebte, den Aufstieg des konfessionellen Diskurses miterlebte, sein Land 2014 aus Sorge um seine Familie verließ und anschließend aus dem Exil verfolgte, was an der Küste, in as-Suwaida und im übrigen Syrien geschah.
Das Buch verteidigt kein politisches System und macht keine gesamte Glaubensgemeinschaft für die Taten einzelner ihrer Angehörigen verantwortlich. Es zerlegt vielmehr jene Erzählung, die den syrischen Staat auf eine einzige Konfession reduzierte, den einzelnen Alawiten in einen erblich Beschuldigten verwandelte und extremistischen Gruppen zugleich eine religiöse Sprache lieferte, mit der sich kollektive Bestrafung rechtfertigen ließ.
Die Frage reicht bis in das Aufnahmeland hinein: Was geschieht, wenn ein Extremist jene Fatwa, vor der er geflohen ist, mit sich trägt und die Freiheit der Gesellschaft, die ihn aufgenommen hat, gegen diese Gesellschaft selbst verwendet?
Von Ugarit bis zum bewaffneten Kontrollposten, vom Ton, der die erste Melodie bewahrte, bis zur Kugel, die einen Menschen nach seiner Konfession fragt, versucht dieses Buch, ein Prinzip wiederzugewinnen, das älter ist als alle Religionen und Staaten:
Der Mensch benötigt keine Fatwa, um geboren zu werden, und er sollte keine Glaubenslehre benötigen, damit man ihm erlaubt, am Leben zu bleiben.
Dies ist ein Buch über Syrien. Zugleich ist es ein Buch über Identität, Erinnerung und Religion, wenn sie zur Herrschaft wird, sowie über den notwendigen Weg von der Herrschaft der Glaubenslehren zu einem Staat, in dem der Mensch über der Fatwa steht.
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