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Ökonomische Unabhängigkeit von Frauen war eine der zentralen Forderungen der internationalen Frauenbewegung. In den USA scheint dieses Ziel erreicht: Die Zahl weiblicher Erwerbstätiger ist überdurchschnittlich hoch, Frauen dringen in Führungsetagen vor und selbst Mütter mit Kleinkindern sind zu über 50% vollzeitbeschäftigt. In welchem Zusammenhang aber stehen diese Erfolge zur wachsenden sozialen Polarisierung der amerikanischen Gesellschaft? Sind Frauen die Gewinner einer postindustriellen Dienstleistungsökonomie, in der soziale Klassenunterschiede wieder verstärkt an Bedeutung gewinnen? Jana Gerlach zeichnet eine paradoxe Entwicklung nach, in der die feministische Gleichstellungspolitik sich zugleich als stützendes Element des neoliberalen sozialstaatlichen Abbaus erwies: Die steigende Zahl besserverdienender Frauen ging so mit einer Feminisierung der Armut einher. Durch die Gegenüberstellung sozial- und kulturwissenschaftlicher Gender-Diskurse als mögliche Interpretationsrahmen verdeutlicht die Autorin, dass zur Analyse des Phänomens Kultur- und Strukturkategorien verknüpft werden müssen. Das Buch richtet sich an Interessierte der Sozial- und Kulturwissenschaften.
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