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Was, wenn Goethes „Faust" nicht bloß Dichtung ist, sondern die Tarnung für ein echtes Dämonenbuch?
„Das Goethe-Grimoire" führt mitten hinein in Archive, Sonderlesesäle und geheime Depots - und lässt die Grenze zwischen Literatur und Beschwörung Satz für Satz brüchiger werden.
Dr. Thomas Werner arbeitet im Goethe- und Schiller-Archiv in Weimar. Er ist ein pedantischer, ausgebrannter Wissenschaftler, dessen Leben auf gescheiterte Ehe, Überstunden und Kurskorrekturen im Sekundärliteratur-Dschungel geschrumpft ist. Als er beim Sichtung eines Privatnachlasses auf einen unbekannten Goethe-Brief stößt, kippt seine Routine: Goethe behauptet darin, in Leipzig ein Manuskript des echten Doktor Faustus gefunden zu haben - ein Grimoire, das ihn „verführt und erschreckt" und vielleicht etwas geweckt hat, das nicht mehr schlafen will.
Werner verfolgt die Spur des Manuskripts durch Universitätsakten, Gerichtsprotokolle und Sammlerarchive: Wittenberger Fakultätsregister, Staufener Todesberichte, die Handschrift eines Alchemisten namens Metz, Goethes Spuren in italienischen Bibliotheken. Schließlich stößt er auf das verbotene Depot, in dem „De Daemonibus - Johannes Faustus" liegt - Fausts eigene Aufzeichnungen über einen Pakt, der vierundzwanzig Jahre dauert und nur einen Ausgang kennt.
Während Werner mit einer Okkultismus-Expertin das Grimoire entschlüsselt, legt sich eine zweite Schicht über den vertrauten „Faust"-Text: Verse werden zu Anweisungen, Reime zu Formeln. Goethe hat das Ritual verschlüsselt - und Werner ist der erste seit zwei Jahrhunderten, der beide Texte gleichzeitig versteht. Doch je klarer das System wird, desto persönlicher wird die Frage: Prüft er als Gelehrter, ob es nur Aberglaube ist - oder spricht er die Worte wirklich aus?
„Das Goethe-Grimoire" ist ein düsterer, europäischer Okkult-Thriller über Teufelspakte, akademische Hybris und die Frage, welchen Preis Wissen wert ist. Für Leserinnen und Leser, die „Die neun Pforten", Dan-Brown-artige Manuskript-Thriller und deutsche Klassiker gleichermaßen lieben.