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Anhand der Entwicklung der Tübinger Frauenklinik von 1797 bis 1918 zeigt sich, wie medizinischer Fortschritt, gesellschaftliche Erwartungen und intentionelle Entscheidungen den Weg zur modernen Geburtshilfe formten.
Auf Grundlage des Konzepts der medizinischen Vergesellschaftung verbindet die Arbeit Bau-, Institutions-, Sozial- und Medizingeschichte zu einem multiperspektivischen Gesamtbild. Im Zentrum steht die Frage, wie räumliche Bedingungen, neue hygienische Verfahren, die Akademisierung der Geburtshilfe und das wechselvolle Verhältnis zwischen Universität und Hebammenschule die Klinik prägten. Deutlich wird, wie sich das Profil der Patientinnen wandelte, wie Studierende ausgebildet wurden und welche Herausforderungen die Klinik angesichts baulicher Mängel, begrenzter Mittel und wachsender Anforderungen zu bewältigen hatte. Die Untersuchung bietet neue Einsichten in die Professionalisierung der Geburtshilfe und die Entstehung einer modernen Frauenklinik.
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