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Was geschieht, wenn ein Mensch die eigene Existenz wie eine Skulptur betrachtet - und erkennt, dass fremde Hände sie geformt haben? Darya Solonenko stellt in ihrem Debütwerk *Die Masken des Hadit* diese Frage mit einer Wucht, die noch lange nachhallt. Acht Dramen, acht radikale Begegnungen mit dem wahren Willen - geschrieben in einer Sprache, die schneidet wie kaltes Metall.Im Zentrum des Buches steht ein Begriff aus der mystischen Tradition des Thelema: Hadit, das verborgene Selbst, der unsichtbare Kern hinter allen Rollen, die wir spielen. Solonenko übersetzt dieses philosophische Konzept in zeitgenössische Figuren aus Kunst, Liebe, Arbeit und Abhängigkeit - Menschen, die im entscheidenden Moment ihrer Biographie begreifen, wie viele Masken sie tragen.Jedes der acht Dramen ist in sich geschlossen und folgt einer eigenen Dramaturgie, doch gemeinsam bilden sie ein Gesamtbild menschlicher Selbstentfremdung und möglicher Befreiung. Solonenkos Figuren sind keine Helden - sie sind zerrissen, widersprüchlich, oft schuldig. Genau darin liegt ihre Wahrheit.Die Texte bestechen durch eine außergewöhnliche sprachliche Präzision: knappe Sätze, die unter der Oberfläche brodeln, Dialoge, in denen jede Auslassung zählt, und Bilder von bleibender Eindringlichkeit. Solonenko schreibt mit dem Seziermesser, nicht mit dem Pinsel.*Die Masken des Hadit* ist ein mutiges, eigensinniges Werk - ideal für Leserinnen und Leser, die literarisches Drama suchen, das unbequeme Fragen nicht scheut, sondern direkt in ihr Herz zielt.