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Die Schatten der Lichterstadt ist ein Roman, der ebenso erhellt wie aufrüttelt. Durch die Augen eines alten Sufi-Mystikers entdecken wir ein Paris, das uns zugleich vertraut und fremd erscheint - eine Stadt, in der jedes Licht einen Schatten wirft und jedes Lächeln einen Schmerz verbergen kann. Dieses Werk von seltener Intensität verbindet Sozialkritik, spirituelle Suche und eine fesselnde Erzählung, um die Brüche und Hoffnungen unserer Zeit ans Licht zu bringen.
Die Geschichte beginnt mit der Ankunft des Sufi in Paris, angezogen von einem mysteriösen Brief mit einer rätselhaften Botschaft: „Das Licht verbirgt sich in den Schatten der Lichterstadt." Schon bei seinen ersten Schritten in der Stadt wird er mit ihren Widersprüchen konfrontiert: eine Metropole, die in schillerndem Glanz erstrahlt, aber unter ihrer Oberfläche tiefe Risse verbirgt. Paris wird hier zu einer eigenständigen Figur - lebendig, pulsierend, aber auch belastet von unsichtbaren Spannungen. Seine gepflasterten Straßen, seine überfüllten Cafés und seine marginalisierten Viertel werden mit einer fast filmischen Präzision beschrieben, die das Wesen einer Gesellschaft einfängt, die sich an einem Wendepunkt befindet.
Der Roman zeichnet sich durch eine farbenfrohe Galerie von Charakteren aus. Drei archetypische Figuren kreuzen den Weg des Sufi und verkörpern jeweils eine Facette menschlicher Herausforderungen: Clément, ein brillanter Intellektueller, gefangen in seinem Ego, unfähig, über sein eigenes Spiegelbild hinauszusehen; Madeleine, eine Medienmogulin, die Angst und Emotionen manipuliert, um ihre Macht zu festigen; und Victor, ein populistischer Politiker, dessen hetzerische Reden die gesellschaftlichen Spaltungen ausnutzen, um seine Herrschaft zu sichern. Diese Figuren, die destruktive Kräfte verkörpern, bleiben zutiefst menschlich, und ihre Dialoge mit dem Sufi gleichen Konfrontationen zwischen zeitloser Weisheit und modernen Illusionen.
Doch jenseits der Mächtigen gibt der Autor auch den Unsichtbaren eine Stimme: den vergessenen Migranten unter den Brücken der Seine, den Obdachlosen, die von einer zu hastigen Gesellschaft zurückgewiesen werden, den Bewohnern der Randbezirke, die täglich um ihre Existenz kämpfen. Der Sufi wird durch seine ruhige Präsenz und seine Fähigkeit zuzuhören zu einem Zeugen ihrer Leben, zu einem Licht in ihrer Dunkelheit. Durch diese Begegnungen zeichnet der Roman mit seltener Authentizität die Realitäten von Rassismus, Islamophobie und der Angst vor dem Anderen nach, während er gleichzeitig Momente der Hoffnung und Menschlichkeit bietet.
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