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Unter Michelangelos „Jüngstem Gericht" liegt ein Bild, das niemand sehen soll. Und ein Restaurator, der gelernt hat, Spuren zu bewahren - nicht zu löschen.
Der vatikanische Restaurator Lorenzo arbeitet nachts in der Sixtinischen Kapelle, als die neuen Multispektral-Messungen etwas Unmögliches zeigen: eine vollständige Kreuzigungsszene unter dem Fresko, älter als die Kapelle selbst. Christus hängt nicht ohnmächtig und leidend am Kreuz - seine rechte Hand ist frei, umklammert einen Dolch, zu seinen Füßen liegen tote Soldaten. Was für Lorenzo zunächst ein kunsthistorischer Sensationsfund ist, entpuppt sich schnell als theologische Brandbombe: die „Mano Vendetta", das lange verdrängte Bild eines rächenden Christus.
Gemeinsam mit der Kirchenhistorikerin Chiara beginnt Lorenzo, den Spuren der vergessenen Häresie nachzugehen - durch staubige Archivkeller, interne Gutachten und die Ränder alter Inquisitionsakten. Doch je deutlicher das verborgene Bild wird, desto konsequenter versucht die Kurie, es wieder unsichtbar zu machen. Zugänge werden gesperrt, Akten „in Bearbeitung" gezogen, Lorenzos Ruf systematisch beschädigt. Bald steht nicht nur seine Stelle auf dem Spiel, sondern auch Chiaras Freiheit und die Frage, ob Wahrheit überhaupt eine Chance hat gegen ein perfekt geöltes System der Informationskontrolle.
„Die verborgene Hand" ist ein realistischer Vatikan-Thriller ohne billige Wunder, dafür mit restauratorischer Detailgenauigkeit, innerkirchlicher Machtpolitik und einer häretischen Christusdarstellung, die seit Jahrhunderten begraben liegt. Für alle, die Umberto Ecos Atmosphäre lieben, Dan Browns Tempo mögen - und sich fragen, was wirklich passiert, wenn ein Bild gefährlicher wird als jede Predigt.
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