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Dieses Buch verschiebt den Blick vom westlichen Bild des "verlorenen Krieges" auf die Erinnerung derjenigen, die ihn faktisch gewonnen haben: die vietnamesische Seite, die den Konflikt als nationalen Befreiungskrieg und moralischen Sieg liest. Es fragt, wie ein Krieg, der in Europa und den USA vor allem als Desaster, Schock und Symbol für die Grenzen der Supermacht der USA gilt, in Vietnam als Legitimation eines Staates, eines Systems und einer kollektiven Widerstandserzählung eingeschrieben wird.Dazu werden drei Ebenen verknüpft: erstens die politisch ideologische Selbstdeutung der kommunistischen Führung und der Kämpfer als Träger eines antikolonialen und antiimperialistischen Kampfes, zweitens die Erfahrungen von Bauernfamilien, Guerilla Kämpfern und Angehörigen der Vietcong Netzwerke, die die Kriegszeit als Zeit absoluter Verwundbarkeit und zugleich als Bewährung der Gemeinschaft erleben, und drittens die nachträgliche Gedenk und Bildkultur, die Siegesdenkmäler, Museen und staatliche Lehrpläne zu Orten der Einhegung widersprüchlicher Erinnerungen macht. Archäologisch dokumentarisch werden Ruinen von Straßennetzen, Bunkern, ehemaligen Kämpferdörfern und Trümmerstädten analysiert, die gleichermaßen Zerstörung und Resilienz anzeigen, während Privatarchive, Tagebücher und mündliche Berichte in der Provinz die Lücken zwischen parteilicher Erzählung und persönlicher Wunde sichtbar werden lassen.
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