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Bernd Sikoras zeichnerisches Werk nimmt in der ostdeutschen Kunstgeschichte eine stille, doch eigenständige Position ein. Zwischen Architekturskizze, Figurenstudie und atmosphärischer Milieubeobachtung entwickelt der Leipziger Künstler eine Bildsprache, die sich der Eindeutigkeit bewusst entzieht - und gerade darin eine bemerkenswerte Tiefe erreicht. Im Kontrast zur homoerotisch aufgeladenen Bildwelt Jürgen Wittdorfs, dessen Werk inzwischen als Schlüsselposition queerer DDR-Kunst gilt, entfaltet sich bei Sikora eine leise, oft melancholische Form des Sehens. Seine Darstellungen junger Männer, seine Porträts und Aktstudien setzen nicht auf Idealisierung oder Provokation, sondern auf die präzise Erkundung von Körpern, Räumen und Beziehungen - mit einem sensiblen Gespür für das Uneindeutige, das Zwischenmenschliche, das Fragile. Mit einem einleitenden Interview mit Bernd Sikora und einem kontextualisierenden Schlusswort von Tobias Wachter und Alexander Schug. Mit über 80 Zeichnungen.
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