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Zu Beginn des 17. Jahrhunderts erreichte das Straßburger Akademietheater seinen Höhepunkt. Sein bedeutendster Vertreter war Caspar Brülow (1585-1627). Er verfasste sechs lateinische Dramen, die zwei letzten als Poesieprofessor. Seine Stücke wurden mit aufwendiger Bühnenmaschinerie von Lehrern und Schülern aufgeführt und zogen ein massenhaftes Publikum an, besonders der 'Moses' bei der Erhebung der Akademie zur Universität (1621). Im 'Nebucadnezar' (1615) ist der hochmütige Titelheld mit seinem klugen Traumdeuter Daniel konfrontiert. Das Werk warnt vor Religionsverfolgung und Machtmissbrauch mit Anspielungen auf die damalige Lage der freien Reichsstadt Straßburg. Es war Brülows zweite alttestamentliche Bühnendichtung nach dem 'Elias' (1613). Die 'Andromede' (1612), die 'Chariclia' (1614) und der 'Julius Caesar' (1616) hatten weltliche Themen zum Inhalt. Parallel zu Brülows Text erschien immer eine deutsche Reimfassung.Die vorliegende Sammeledition bietet den lateinischen 'Nebucadnezar' synoptisch neben der zeitgenössischen Übertragung des Straßburger Magisters Johann Christoph Stipitius und ist mit einem ausführlichen Stellenkommentar versehen.
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