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Dirk Sager versteht Psalm 9/10 als einen programmatischen Text, der vorhandene Gebetsäußerungen zu einem dialektischen Konzept verarbeitet und als Stimmen von 'Elenden und Armen' interpretiert. Dabei beziehen sich die Schreiber auf ältere Psalmen, in denen sich die Beter selbst jedoch nicht als 'elend und arm' bezeichnen. In der Konsequenz entpuppt sich die herkömmlich unter dem Begriff 'Armenfrömmigkeit' gefasste Traditionslinie als integraler Bestandteil der Religionsgeschichte Israels. Der Autor vergleicht den Doppelpsalm mit ihm zeitlich und konzeptionell nahe stehenden Entwürfen aus dem Bereich der Psalmen, der Prophetie und der Weisheit und ordnet ihn zeitlich am Übergang von der persischen zur hellenistischen Epoche des nachexilischen Juda ein.